Jede Kanzlei, die wir kennen, verwahrt ihr Geld an einem anderen Ort als ihre Mandate. Die Fälle liegen in einem System; das Fremdgeldkonto, der Liquiditätsverlauf, die offenen Posten und die Rechnungsstellung liegen in einem Buchhaltungspaket, das realistischerweise nur der geschäftsführende Partner je öffnet. Also wird die Abstimmung zur vierteljährlichen Excel-Übung, die Effizienz je Berufsträger zur Anekdote bei der Verlängerungsverhandlung, und Rechnungsstellung bedeutet, Mandatsdaten von Hand in ein zweites System einzutippen.
Wir haben das Kanzlei-Finanzpaket gebaut, um diese Lücke zu schließen — das Geld der Kanzlei, in derselben Oberfläche wie die Arbeit der Kanzlei verwaltet.
Fremdgeld und Anderkonto nach berufsrechtlichen Regeln
Das Herzstück ist die Abstimmung von Fremdgeld- und Anderkonten nach den berufsrechtlichen Pflichten aus § 43a Abs. 5 BRAO und den einschlägigen Vorschriften der jeweiligen Rechtsanwaltskammer. Das bedeutet ein laufendes Fristcountdown für die vorgeschriebene Abstimmungsperiodik, einen Live-Diskrepanzklassifikator, der Ihnen sagt, um welche Art von Abweichung es sich handelt, und ein exportierbares PDF als Nachweis — zusammengestellt zum Vorzeigen, nicht zusammengestückelt in der Nacht davor.
Das ist kein Zusatzmodul, das Sie sich merken müssen einzurichten. Die Fristanzeige ist in die Oberfläche eingebaut, weil die Fremdgeldverwaltung für eine Kanzlei keine Option ist, und ein Werkzeug, das sie als optional behandelt, ist ein Werkzeug, das Sie stillschweigend in eine Pflichtverletzung gleiten lässt.
Nichts hier stimmt Ihr Konto für Sie ab und bucht es. Ein Mensch bestätigt. Der Klassifikator zeigt die Abweichung auf und legt die Nachweise vor; die Rechtsanwältin oder der zuständige Partner entscheidet, was das bedeutet. Das ist die richtige Aufgabenteilung für Gelder, die nicht der Kanzlei gehören.
Der Rest des Geldes, an einem Ort
Rund um das Fremdgeld stehen die Zahlen, die ein Partner tatsächlich verfolgt:
- Offene Posten sortieren jede unbezahlte Rechnung nach Alter — aktuell, 31 bis 60 Tage, 61 bis 90 Tage und kritisch über 90 Tage —, sodass der Partner beim Durchgehen des Bestands weiß, welche Mandanten diese Woche anzusprechen sind, ohne dreißig einzelne Mandate zu öffnen, um das herauszufinden.
- Liquiditätsvorschau erscheint im Mandatssystem, das jeder Berufsträger ohnehin öffnet, statt in einem Paket zu verschwinden, das nur eine Person liest.
- Zeiterfassung erfolgt gegen das Mandat, zu dem sie gehört, dort wo die Arbeit stattfindet — nicht am Monatsende aus dem Gedächtnis rekonstruiert.
- Vergleichswahrscheinlichkeit zieht vergleichbare Mandate mit rechtskräftigen Ergebnissen heran und gibt dem Berufsträger eine realistische Einschätzung vor dem nächsten Mandantengespräch — eine Basisrate aus der eigenen Geschichte der Kanzlei, keine Schätzung.
Die Zahl, die bei der Verlängerung zählt
Es gibt noch eine weitere Ansicht, die existiert, weil wir Verlängerungsgespräche selbst erlebt haben: eine Effizienzübersicht je Berufsträger, die die durch KI-Unterstützung eingesparten Stunden quantifiziert, pro Arbeitsplatz. Keine Marketingzahl — die eigene Nutzung der Kanzlei, gemessen. Wenn die Verlängerungsfrage kommt, ist das der Nachweis, den eine Kanzlei normalerweise nicht hat, und jetzt hat.
Rechnungsstellung — was hier ehrlicherweise fehlt
Für den deutschen Markt ist keine Rechnungsschnittstelle gebaut. Es gibt eine PDF- und JSON-Ausgabe, aber sie ist gegen britisches Recht gebaut (VAT Act 1994) und prüft die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gegen das britische Format — eine deutsche USt-IdNr. weist sie zurück. Sie taugt also nicht für eine Rechnung nach §§ 14, 14a UStG, und wir bieten sie Ihnen im Produkt auch nicht an. Eine Anbindung an DATEV oder ein vergleichbares System besteht nicht, und die E-Rechnungspflicht (XRechnung/ZUGFeRD) bedient das Modul nicht.
Die Rechnung stellen Sie also weiterhin in Ihrer bisherigen Software. Was das Modul Ihnen abnimmt, steht oben: offene Posten, Vergleichswahrscheinlichkeit, RVG-Berechnung und die Auslastungszahl.
Die meisten KI-Rechtswerkzeuge überlassen Finanzen einer Integration oder ignorieren sie, weil Finanzen unspektakulär, jurisdiktionsspezifisch und leicht falsch zu machen sind. Genau deshalb haben wir sie eingebaut. Die berufsrechtlichen Pflichten zur Fremdgeldverwaltung, der Nachweis für die Kammer, die Disziplin beim Anderkonto — das sind keine Funktionen, die man generisch anschrauben kann. Sie sind die Form, in der eine Rechtsanwaltskanzlei mit Geld umgeht, gebaut von Menschen, die eine Fremdgeldabstimmung schon selbst gemacht und den Nachweis exportiert haben.
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